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Fortbildung

Kontakt & Seminaranfragen

Foto Dr. Dima Zito und Ernest Martin

 

Dima Zito & Ernest Martin
Praxis LebensWege
Purd 1
42499 Hückeswagen
Telefon 02192.854570
E-Mail seminare@praxislebenswege.de

 

Gemeinsam

haben Dima Zito und Ernest Martin das Buch „Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen. Ein Leitfaden für Fachkräfte und Ehrenamtliche“ (Beltz-Juventa 2016) verfasst.

In der psychosozialen und pädagogischen Arbeit stoßen wir immer wieder auf neue Herausforderungen und Bedarfe, und manchmal auch an (fachliche und persönliche) Grenzen. Dann ist zielgerichtete Fortbildung sinnvoll.

Komplexe psychosoziale Zusammenhänge und Dynamiken so aufzubereiten und zu vermitteln, dass die Inhalte für PraktikerInnen nachvollziehbar und hilfreich sind, ist uns ein Herzensanliegen. Griffige, erfahrungsorientierte und zugleich wissenschaftlich fundierte Wissensvermittlung ist unsere Leidenschaft.
Die Fortbildungen werden in Zusammenarbeit mit Dr. Dima Zito durchgeführt.

Seit einigen Jahren bieten wir Seminare zum „Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen“ an. Dazu haben wir auch ein Buch veröffentlicht. Außerdem geben wir Workshops zu „pädagogischen Grundhaltungen in der Arbeit mit jungen Flüchtlingen“, zu „Selbstfürsorge und Schutz vor Burnout und Sekundärtraumatisierungen in der psychosozialen und pädagogischen Arbeit“ sowie „traumasensibler Selbsterfahrung für Fachkräfte im psychosozialen Bereich“.

Zielgruppe der Fortbildungen sind pädagogische Fachkräfte (SozialarbeiterInnen und –pädagogInnen, Vormünder, ErzieherInnen…), MitarbeiterInnen von Beratungsstellen (PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, BeraterInnen), VerwaltungsmitarbeiterInnen, Pflegepersonal in Kliniken, Studierende, Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit.

Diese Seminare können sowohl als Inhouse-Schulungen bei einem Träger oder als einrichtungsübergreifende Veranstaltungen durchgeführt werden. Darüber hinaus entwickeln wir gerne passgenaue Fortbildungsseminare und Workshops für spezifische Fragestellungen in Ihrem Arbeitsfeld. Fragen Sie uns einfach an, dann können wir mögliche Inhalte und Konditionen besprechen.

Fortbildungsangebote für Fachkräfte

Blank
Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen

Viele geflüchtete Menschen sind aufgrund von Krieg und Gewalt in den Herkunftsländern und auf der Flucht traumatisiert, Untersuchungen gehen von ca. 40 % Traumatisierten unter Asylsuchenden aus. Und nicht nur Flüchtlinge sind von „Traumafolgestörungen“ betroffen. Eine Traumatisierung ist eine allgemein menschliche Reaktionsform auf (lebens-)bedrohliche Situationen (eine „normale Reaktion auf unnormale Ereignisse“), dabei kann es sich um Krieg, Folter, aber ebenso um Unfälle, sexualisierte Gewalt, schwere Erkrankungen, den plötzlichen Tod nahestehender Menschen etc. handeln… Wie können Fachkräfte in ihrem jeweiligen Arbeitsfeld angemessen mit traumatisierten Menschen umgehen?

Dieser Workshop vermittelt Grundkenntnisse zur Entstehung und zur Symptomatik von Traumafolgestörungen sowie zum Umgang mit traumatisierten Menschen (mit oder ohne Fluchthintergrund). Anhand von Input-Vorträgen und einfachen Übungen wird eine traumasensible Grundhaltung vermittelt und Möglichkeiten stabilisierender Interventionen werden reflektiert. Eigene Fragen und Fälle können eingebracht werden. Maßnahmen zur Selbstfürsorge und zum Schutz vor Sekundärtraumatisierungen runden das Programm ab.

Inhalte

  • Sensibilisierung / Hintergrundinformationen zur Situation von (traumatisierten) Flüchtlingen
  • Unterscheidung allgemeiner Belastungssituationen und „behandlungsbedürftiger psychischer Erkrankungen“
  • Was ist ein Trauma, wie entsteht es, wie wirkt es sich aus?
    • Grundlagen der Psychotraumatologie
      • „Normale“ Stressreaktion / traumatischer Stress
      • Hirnphysiologische Korrelate
      • Zusammenwirken von Ereignis-, Schutz- und Risikofaktoren
      • Traumatypen
      • Entstehung von Trauma-Folgestörungen
  • Was sind Hinweise, ob jemand traumatisiert ist? Was sind typische Symptome?
    • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
    • Begleiterscheinungen (Psychosomatik, Depression, Sucht)
  • Besonderheiten / Zusammenhänge Trauma und Flucht bzw. Nachflucht-Situation
  • Wie kann ich mich in meinem Arbeitsfeld sinnvoll verhalten und was sollte ich vermeiden?
    • Traumasensible Grundhaltung
    • Empfehlungen / Möglichkeiten der Stabilisierung / Ressourcenorientierung
    • Grundthemen
      • Sicherheit / Sicherer Ort
      • Vertrauen wiedergewinnen / Bindung
    • Einfache Übungen zur Reorientierung / Dissoziationsstopp / Beruhigung / Ressourcenaktivierung
    • Reflektion von Umsetzungsmöglichkeiten in konkreten Arbeitssituation
  • Schutz vor eigenen Belastungen / Selbstfürsorge
    • Erkennen eigener Belastungen / Schutz vor Sekundärtraumatisierungen
    • Selbstschutz in der Beratungssituation / Abstand gewinnen / auftanken
  • Fragen aus der Praxis, Fallbesprechungen

Workshop (4 – 8 Stunden, je nach Bedarf, Gruppengröße, Schwerpunktsetzung) mit ausführlichen Input-Vorträgen, ergänzt durch Übungen, Austausch in der Gruppe und ggf. Zeit für Fragen aus der Praxis.

Wir können das Thema „Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen“ allgemein aufbereiten, bei Bedarf kann aber der Fokus auf bestimmte Zielgruppen gerichtet werden, z.B. unbegleitete Minderjährige, Frauen etc.

Pädagogische Grundhaltungen in der Arbeit mit jungen Flüchtlingen

Aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen wurden zahlreiche neue Jugendhilfeeinrichtungen und Wohngruppen eingerichtet, viele pädagogische Fachkräfte steigen neu in dieses Arbeitsfeld ein, häufig ist dies sogar die erste Anstellung nach Ausbildung oder Studium. Die Alltagsarbeit ist oft geprägt von einem hohen Ausmaß an Anforderungen durch die besonderen Belastungen und Bedürfnisse der Zielgruppe (Fluchterfahrung, Verlust, Sprachbarriere, kultureller Hintergrund…) und die komplexen Rahmenbedingungen (Aufenthaltsrecht, Schuleinstieg…). Gruppenstrukturen und -regeln, Teamkulturen und pädagogische Grundhaltungen bilden sich in der Alltagsarbeit heraus, sei es implizit im „Strudel der Ereignisse“ oder weil man die Erfordernisse bewusst wahrnimmt und Bezug darauf nimmt.

Das Ansinnen dieser Workshops ist es, basale Haltungen und Herangehensweisen in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu vermitteln bzw. aufzufrischen, konkrete Fragen aus der alltäglichen Arbeit werden gemeinsam erörtert. Regeln der Kommunikation und Konfliktlösung im Team bzw. im Umgang mit der Zielgruppe werden gemeinsam entwickelt.

Zielgruppe des Seminars sind nicht einzelne MitarbeiterInnen verschiedener Einrichtungen, sondern möglichst vollständige Teams inklusive der direkten Leitung bzw. zwei oder drei kleinere Teams einer Einrichtung, da es weniger um allgemeine Wissensvermittlung geht, sondern die spezifische Situation in der jeweiligen Einrichtung und die daraus entstehenden Fragestellungen behandelt werden sollen.

In einem Vorgespräch können wir zum Einen eine gemeinsame Einschätzung der Tragfähigkeit der Säulen Konzeption / Team / Leitung vornehmen, zum Anderen eine differenzierte Auswahl und Gewichtung der unten aufgeführten Module treffen. Natürlich gibt es ebenfalls den Raum, Bedarfe anzumelden, die sich nicht in den einzelnen Modulen wiederfinden.

Alle Inhalte werden anhand von Input-Vorträgen, praktischen Übungen, Anregungen zur Selbstreflektion und Austausch in Kleingruppen sowie im Plenum aufbereitet. Es besteht die Möglichkeit, eigene Fragen und Fälle einzubringen. Weitere inhaltliche Schwerpunkte können auf Wunsch vorbereitet und integriert werden.

Workshop 1 und 2 gehören zusammen und bauen aufeinander auf. Idealerweise sollten Workshops in zeitlicher Nähe bzw. an aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt werden. Die Seminartage umfassen insgesamt 8 Zeitstunden (8 Unterrichtstunden zzgl. Pausen). Zeiten können abgesprochen werden, z.B. 10.00 – 18.00 Uhr.

Workshop 1: Ich, meine Arbeitsstelle und das Team

Bei diesem Seminartag geht es darum, die eigene Verortung sowohl im Beruf, als auch in der konkreten Arbeitsstelle zu explorieren und auf verschiedenen Metaebenen zu reflektieren. Ausgehend von den Haltungen und Visionen der einzelnen MitarbeiterInnen ist Ziel dieses Workshops, Klarheit über eigene Reaktionstendenzen und Ressourcen sowie die konkreten Aufgaben der Einrichtung und des eigenen Arbeitsplatzes zu gewinnen und im nächsten Schritt mit den KollegInnen eine gemeinsame „Teamkultur“ zu verabreden.

Inhalte

Ich und mein Beruf: Schärfung des eigenen professionellen Profils

  • Grundhaltungen und Motivationen in der Berufswahl
  • Persönliche Eigenschaften als Ressourcen / eigene Reaktionstendenzen als Herausforderungen
  • Reflektion des eigenen Umgangs mit
    • Nähe und Distanz zulassen und herstellen
    • Eigene Bedürfnisse wahrnehmen und ausdrücken
    • Fremde Bedürfnisse erkennen und adäquat Bezug darauf nehmen

Ich und meine Arbeitsstelle: Schärfung des Arbeitsauftrages

  • Mein eigener Zugang zum Arbeitsfeld / zur Arbeitsstelle
  • Was ist der Gesamtauftrag meines Arbeitsgebers?
  • Was ist der Auftrag der Wohngruppe, in der ich arbeite?
  • Was genau ist mein Auftrag? (Wofür genau werde ich warum bezahlt?)
  • Ggf. auch: besondere Rolle der BezugsbetreuerInnen und Rolle von Leitung

Arbeit im Team

  • Modelle zur Kommunikation allgemein
  • Professioneller Umgang Emotionen
  • Umgangsformen im Team
  • Erarbeitung einer gemeinsamen Teamkultur

Workshop 2: Besonderheiten im Arbeitsfeld – Die Zielgruppe

Dieser Seminartag beleuchtet die Spezifika der Zielgruppe sowie die Anforderungen, die sich aus den vielschichtigen Hintergründen in der alltäglichen Arbeit ergeben.

Inhalte

Mit wem haben wir es zu tun? Jugendliche zwischen:

  • Verlorener Kindheit und verfrühtem Erwachsensein: wo ist die Pubertät?
  • Autonomiestreben und struktureller Ohnmacht
  • Abgrenzung und Sehnsucht nach Verbundenheit
  • Misstrauen und Suche nach Halt
  • Orientierungslosigkeit und Wunsch nach Selbstbestimmung

Anforderungen an professionelle BegleiterInnen:

  • Klarheit (in vielfacher Hinsicht)
  • Professionelle Nähe vs. professionelle Abgrenzung
  • Grenzsetzung mit System und Sensibilität
  • Eigene Stabilität und Klarheit als Modell und Halt für die Zielgruppe

Ggf. weitere Blöcke zu

  • Traumapädagogik
  • Umgang mit kultureller Vielfalt / Diversity
  • Eigenen Themenwünschen

Außerdem: Fragen / Fälle / Open Space

Selbstfürsorge und Schutz vor eigenen Belastungen in der psychosozialen Arbeit

Die pädagogische Arbeit mit jungen Flüchtlingen, überhaupt die Arbeit mit belasteten Menschen in prekären Lebenssituationen, kann uns vor besondere professionelle und persönliche Herausforderungen stellen. Die Alltagsarbeit ist oft geprägt von einem hohen Ausmaß an Anforderungen durch die Belastungen und Bedürfnisse der Zielgruppe und die komplexen, oft verunsichernden Rahmenbedingungen. Die Lebensgeschichten der jungen Flüchtlinge berühren uns – wann droht Mitgefühlserschöpfung oder gar Sekundärtraumatisierung? MitarbeiterInnen in der Flüchtlingsarbeit sind oft hoch motiviert – wann kann das Engagement in Burnout kippen? Sich bei all den alltäglichen Erfordernissen (und manchmal angesichts existentieller Not) auch noch die Zeit und den Raum zu nehmen, „gut für sich selbst zu sorgen“, ist leichter gesagt als getan!

Bei diesem Seminar geht es zunächst um eine Klärung und Bestandsaufnahme: Wir werden Ressourcen und Belastungsfaktoren im Arbeitsalltag und in der persönlichen Lebenssituation erkunden. Darauf aufbauend besprechen wir Techniken und Strategien, um sich in der Arbeitssituation vor Belastungen zu schützen, um nach Feierabend Abstand zu gewinnen und wieder aufzutanken. Ziel ist es, potentielle Veränderungsbedarfe und -möglichkeiten zu erkennen, erste Schritte zu überlegen und an Ihre Kraftquellen anzuknüpfen.

Workshop (4 – 6 Stunden, je nach Bedarf, Gruppengröße, Schwerpunktsetzung) mit Input-Vorträgen, Übungen, Austausch in der Gruppe und Zeit für Fragen aus der Praxis.

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Fortbildungsangebote für Ehrenamtliche

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Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen

Viele Flüchtlinge sind aufgrund von Krieg, Gewalt und Lebensgefahr in den Herkunftsländern und auf der Flucht traumatisiert. Was bedeutet das für ehrenamtliche UnterstützerInnen in der Flüchtlingsarbeit? Diese Veranstaltung gibt Einblick in folgende Fragen: Was ist ein Trauma, wie entsteht es, wie wirkt es sich aus? Was sind typische Symptome? Was ist das besondere an der Situation traumatisierter Flüchtlinge? Woran kann ich erkennen, ob ein Mensch, den ich begleite, traumatisiert sein könnte? Wie kann ich mich als ehrenamtliche BegleiterIn sinnvoll verhalten und was sollte ich vermeiden? Anhand traumapädagogischer Empfehlungen wird gemeinsam reflektiert, wie Sie in Ihrer Begleitungsarbeit stabilisierend und ressoucenorientiert wirken können. Abschließend geht es um den Schutz vor eigenen Belastungen.

Diese Veranstaltung kann in unterschiedlicher Länge durchgeführt werden:

  • als Vortragsveranstaltung (2 – 2,5 Stunden)
  • als Workshop (4 – 6 Stunden, je nach Bedarf, Gruppengröße, Schwerpunktsetzung) mit Input-Vorträgen, Übungen, Austausch in der Gruppe und Fragen aus der Praxis
Nähe und Distanz in der ehrenamtlichen Arbeit

Die Not der Flüchtlinge – was sie erlebt und was sie verloren haben, sowie die ungewisse Situation, in der sie hier in Deutschland leben – diese existenziellen Erfahrungen berühren uns häufig sehr intensiv. Angesichts dessen kann es sich herausfordernd gestalten, die Balance aus Nähe und Distanz zu finden bzw. zu wahren.

Es ist schwer, sich gegenüber Menschen abzugrenzen, die ständig und buchstäblich an Grenzen stoßen und allzu häufig ausgegrenzt werden. Menschen, die ihren Platz auf der Welt verloren haben, brauchen das Gefühl, irgendwo willkommen zu sein und das wollen wir ihnen nicht vorenthalten. Wenn Menschen man-made-disaster erlebt haben, d.h. durch andere Menschen verletzt und traumatisiert wurden, müssen sie langsam wieder Vertrauen in andere Menschen, ja in die Menschheit allgemein fassen. Hier kann die Nähe zu ehrenamtlichen HelferInnen, eine „verdiente sichere Bindung“, enorm wichtig und heilsam sein.

Gleichzeitig sind wir als Ehrenamtliche in vielen Fragen ohnmächtig, können nicht alles regeln und lösen, was die Flüchtlinge oder wir selbst uns wünschen würden. Manches überfordert uns und manches möchten wir vielleicht auch nicht übernehmen. Wie können wir auf eine gute Weise Grenzen setzen?

Und nicht zuletzt ist es wichtig, uns selbst zu schützen, mit den eigenen Kräften zu haushalten, damit wir in ausgewogener Weise hilfreich sein können.

In diesem Seminar geht es um Übungen und Reflektion zum Thema Nähe und Distanz. Es geht darum, die eigenen Grenzen und die des anderen wahrzunehmen und zu respektieren. Basale Übungen zur eigenen sowie fremden Grenzwahrnehmung werden ergänzt durch theoretische Inputs und gemeinsame, praxisorientierte Reflektion.

Dieses Seminar hat Workshop-Charakter (4 – 6 Stunden, je nach Bedarf und Schwerpunktsetzung).

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